Am Sonntag war mein Geburtstag und das bedeutet, dass das Foto, das ihr da oben seht, auch zwei Jahre alt geworden ist, so wie ich. Wer mich heute sieht, erkennt, dass diese Zeit mir gut getan hat. Das karge, flauschige Haar ist dichter geworden und hat sich gelockt, das zerknautschte Gesicht hat einen Ausdruck erhalten, die zarten Hände packen jetzt ordentlich an und auch das einfachso Rumliegen ist nichts mehr für mich.
Es waren zwei Jahr voller Reisen, endlosen Flügen, improvisierten Bettchen, Trommelkonzerten, weiße Haare, die bei Papa von einer Nacht auf die andere erschienen sind, und gute und nicht so gute Nächte, in die ich mich an Mama geklammert habe. Zwei Jahre mit Gründen zum Feiern.
Und das haben wir uns auch nicht entgehen lassen. Die Feier fand bei „Oma Opa Belin“ statt. Mein Ehrengast war Ole, der schon einige Tage vorher mit mir die Spielsachen bei Oma und Opa unsicher gemacht hat. AUßerdem Tante, Onkel, Uroma, Uropa und mein Capoeirakumpelinnen. Das Geburtstagsständchen inklusive Kerzeauspusten üben wir schon seit Wochen und auch an meinem Ehrentag gab es mehr als eine Gelegenheit das zu zeigen; beim Frühstück, im Skype nach Brasilien, zum Kaffee und auch mal zwischendurch.
Am Frühstückstisch wurden die Geschenke ausgepackt. Von Mama und Papa habe ich ein Kinderradio bekommen, mit dem ich jetzt jedem mein Lieblingsadjektiv zeigen kann: „laut“.
Und was wünsche ich mir für das nächste Lebensjahr? Weiterso.

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