Das Leben in Cluj ist weiterhin gechillt. Nachdem meine deutschen Großeltern zu Besuch waren, ist die nächste Besucherin rumgekommen und hat sich dafür entschieden, gleich für gannzzzz lange Zeit bei uns zu bleiben. Sie ist die tollste Lösung für das haarsträubende Problem Kita. Mama und Papa haben den Kiez, die Stadt und das Internet durchforstet, um eine nette, kleine Kita für mich zu finden und nix da. Ich bin nicht etwa ein problematisches Kind, nein, es gab einfach keinen Platz für mich. Ich bin noch ein zu kleines Küken. Nun müssen Mama und Papa aber auch mal arbeiten und können mich nicht den ganzen Tag bespaßen.
Die Alternative war also: eine Tagesmutter. Na klar! Ich fand die Idee spitze. Ich habe nämlich schon von meinen Spielplatzkollegen gehört, dass die rumänischen Tagesmütter ganz freizügig mit den Themen Süßigkeiten und Fernsehen umgehen. Dass wir gar keine rumänische Tagesmutter in Petto hatten, sei mal dahingestellt. Es fand sich eine noch spitzere Lösung: Meine Tanten aus Brasilien wurden dazu eingeladen, ein paar tolle Monate damit zu verbringen, ganz viel Quatsch mit mir zu machen.
Und so kam es, dass ich am 2. November aufwachte und Tante Juliana, die ich sonst immer nur im Skype sehe, stand waschecht neben mir.

Seither verbringt Tante Juliana jeden Tag mit mir, zaubert tolle Leckerein, die ich allerdings nur selten esse, bringt eine Engelsgeduld auf und spielt die ganze Zeit mit mir. Außerdem habe ich das Glück, dass Tante Juliana da ist, um mir jederzeit hoch zu helfen, sodass ich einen Fuß vor den anderen setzen kann und … siehe da … voilà …
Ihre seht, ich habe noch ein Trainingspensum vor mir bis zur Weihnachtszeit. Da kann ich Oma Sabine und Opa Andreas nur vorwahnen, dass sie ihr Weihnachts-Klimbims und die „Staubfänger“ schön weit nach oben stellen. Meine jetztige Reichweite und Flinkheit ist nämlich nicht zu unterschätzen.

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